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<title>Landspassat</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Landspassat</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p>Der <b>Landspassat</b> (auch Landpassat oder Lanspassat, von <a href="Franz%C3%B6sische_Sprache" title="Französische Sprache">frz.</a> <i>lanspassade</i>, später <i>anspessade</i>; ursprüngl. <a href="Italienische_Sprache" title="Italienische Sprache">it.</a> <i>Lancia spezzata</i>: „gebrochene Lanze“) war in den deutschen Heeren der <a href="Fr%C3%BChe_Neuzeit" title="Frühe Neuzeit">Frühen Neuzeit</a> der (adelige) Stellvertreter des <a href="Korporal" title="Korporal">Korporals</a>. Eine alternative, allerdings weniger gängige Bezeichnung war <b>Kommendor</b>. In der Regel zählte er nicht zu den <a href="Unteroffizier" title="Unteroffizier">Unteroffizieren</a>, rangierte aber vor dem <a href="Rottmeister" title="Rottmeister">Rottmeister</a> und dem <a href="Gefreiter" title="Gefreiter">Gefreiten</a>. Das Amt verschwand bis zur Mitte des <a href="18._Jahrhundert" title="18. Jahrhundert">18. Jahrhunderts</a> aus dem deutschen Militärwesen, seine Funktion als <a href="Unteroffizier_vom_Dienst" title="Unteroffizier vom Dienst">Unteroffiziersdiensttuer</a> fiel meist an den Gefreiten, im frühen <a href="19._Jahrhundert" title="19. Jahrhundert">19. Jahrhundert</a> zwischenzeitlich auch an den <a href="Vizekorporal" title="Vizekorporal">Vizekorporal</a> bzw. Vizeunteroffizier.
</p><p>Im <a href="Vereinigtes_K%C3%B6nigreich" title="Vereinigtes Königreich">Vereinigten Königreich</a> und in den <a href="Vereinigte_Staaten" title="Vereinigte Staaten">USA</a> wurde aus der französischen Bezeichnung <i>Lanspessade</i> der noch heute existierende Dienstgrad bzw. die Verwendung <a href="Lance_Corporal" title="Lance Corporal">Lance Corporal</a> abgeleitet, in der <a href="British_Army" title="British Army">British Army</a> außerdem der <a href="Lance_Sergeant" title="Lance Sergeant">Lance Sergeant</a>.
</p>

<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Begriffsgeschichte">Begriffsgeschichte</h2></div>
<p>Im ursprünglichen Wortsinn bedeutet der italienische Begriff <i>Lancia spezzata</i> so viel wie „gebrochene Lanze“. Konkret kann dies eine im Kampf zerbrochene oder aus Gründen der Zweckmäßigkeit absichtlich gekürzte Lanze (Kurzspieß) bezeichnen. Im erweiterten Sinn mag der Begriff für jede kurze Stangenwaffe stehen (<a href="Hellebarde" title="Hellebarde">Hellebarde</a>, <a href="Partisane" title="Partisane">Partisane</a> etc.). Mit solchen „Kurzgewehren“ waren Leibwachen und, bis gegen Ende des 18. Jahrhunderts, auch die Unterführer (Unteroffiziere) der Infanterie bewaffnet.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die einfachen Fußsoldaten führten dagegen, spätestens seit Aufkommen des <a href="Landsknecht" title="Landsknecht">Landsknechtswesens</a>, bevorzugt <a href="Langspie%C3%9F" class="mw-redirect" title="Langspieß">Langspieße</a> („Langgewehr“) oder <a href="Arkebuse" title="Arkebuse">Arkebusen</a> und <a href="Muskete" title="Muskete">Musketen</a> („<a href="Schie%C3%9Fgewehr" class="mw-redirect" title="Schießgewehr">Schießgewehr</a>“).
</p><p>Mit seiner Verbreitung durchlebte der Begriff <i>Lancia spezzata</i> diverse Variationen. Im Französischen waren anfangs die Wortformen <i>lanspassade</i>, <i>lanspessade</i> oder <i>lans-spesata</i> geläufig, aber auch <i>lancespesate</i> und <i>lancepesade</i>. Im <a href="18._Jahrhundert" title="18. Jahrhundert">18. Jahrhundert</a> etablierte sich dann die Bezeichnung <i>ansepessade</i> und schließlich <i>anspessade</i>, indem das ursprüngliche <a href="Initiale" title="Initiale">Initial</a> „L“ entfiel und fortan als <a href="Artikel_(Wortart)" title="Artikel (Wortart)">Artikel</a> diente (l'anspessade = der Anspessade).
</p><p>In der älteren <a href="Historiographie" class="mw-redirect" title="Historiographie">Historiographie</a> wird mitunter spekuliert, dass es sich bei den Landspassaten ursprünglich um Söhne des <a href="Adel" title="Adel">Adels</a> oder des städtischen <a href="Patrizier" title="Patrizier">Patriziats</a> gehandelt habe, die in der <a href="Fr%C3%BChe_Neuzeit" title="Frühe Neuzeit">frühneuzeitlichen</a> <a href="Infanterie" title="Infanterie">Infanterie</a> dienten und nicht in der <a href="Prestige" title="Prestige">prestigeträchtigeren</a> Kavallerie. Im Unterschied zu reicheren Standesgenossen hätten sich verarmte Adelssprösslinge die damals geforderte Selbstausrüstung mit Pferd, Rüstung, Schwert und <a href="Lanze" title="Lanze">Lanze</a> finanziell nicht leisten können. Einzige Alternative war dann der Dienst zu Fuß.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-3" class="reference"><a href="#cite_note-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Weil die damals noch wenig verbreiteten <a href="Feuerwaffe" title="Feuerwaffe">Feuerwaffen</a> kein hohes Ansehen genossen, hätten diese adeligen Kämpfer als <a href="Pikeniere" title="Pikeniere">Pikeniere</a> gekämpft und zwar als <a href="Doppels%C3%B6ldner" title="Doppelsöldner">Doppelsöldner</a> in der vordersten Reihe der <a href="Schlachtordnung" title="Schlachtordnung">Schlachtordnung</a>.
</p><p>Warum diese als Fußsoldaten dienende Adeligen als „gebrochene Lanzen“ bezeichnet wurden, ist unklar. Als Leibwache eines Fürsten dürfte der <i>Lancia spezzata</i> seinen Dienst aber in der Tat mit einer kurzen Stangenwaffe verrichtet haben, denn im Palastinneren schieden die unhandlichen <a href="Spie%C3%9F" title="Spieß">Langspieße</a> als Bewaffnung aus. Für den Dienst in geschlossenen Räumen geeignet waren indessen bspw. die <a href="Glefe" title="Glefe">Glefe</a>, <a href="Hellebarde" title="Hellebarde">Hellebarde</a> oder <a href="Partisane" title="Partisane">Partisane</a>. Etwas ferner liegt die Vermutung, dass sich der als „gebrochene“ bzw. „verkürzte Lanze“ bezeichnete adelige Krieger nicht die Aufstellung einer eigenen mehrköpfigen militärischen Gefolgschaft leisten konnte. Diese damals kleinste taktische Einheit nannte man ebenfalls <a href="Lanze_(milit%C3%A4rischer_Verband)" title="Lanze (militärischer Verband)">Lanze</a>.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Aus der Not heraus hätte er demnach seinen Dienst zu Fuß versehen, quasi als um seine Gefolgschaft gekürzte „Ein-Mann-Lanze“. Ins Reich der Legende zu verweisen ist wohl eine Vermutung, die auf <a href="S%C3%A9bastien_Le_Prestre_de_Vauban" title="Sébastien Le Prestre de Vauban">Vauban</a> zurückgeht oder zumindest von ihm verbreitet wurde: Demnach hätte es sich bei den frühen <i>Lancia spezzata</i> um ehemalige (adelige) Kavalleristen gehandelt, die im Kampf das Pferd verloren und die Lanze zerbrochen hätten, und nun aus der Not heraus als Infanteristen dienten. Als Waffe hätten diese <a href="S%C3%B6ldner" title="Söldner">Söldner</a> ihre zum <a href="Speer" title="Speer">Speer</a> bzw. <a href="Spie%C3%9F" title="Spieß">Kurzspieß</a> verkürzte Waffe mitgebracht.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-6" class="reference"><a href="#cite_note-6"><span class="cite-bracket">[</span>6<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Gegen diese Variante spricht jedoch, dass ein mit verkürzter <a href="Sto%C3%9Fwaffe" title="Stoßwaffe">Stoßwaffe</a> bzw. <a href="Stangenwaffe" title="Stangenwaffe">Stangenwaffe</a> in vorderster Reihe stehender Kämpfer militärisch widersinnig gewesen wäre. Hätte es sich indes um einen als <a href="Einzelk%C3%A4mpfer" class="mw-disambig" title="Einzelkämpfer">Einzelkämpfer</a> eingesetzten <a href="Rondartschier" title="Rondartschier">Rondartschier</a> gehandelt, wäre die Bezeichnung gleichermaßen unsinnig: Rondartschiere fochten mit <a href="Rapier" title="Rapier">Rapier</a> und <a href="Rundschild" title="Rundschild">Rundschild</a>, nicht aber mit der Pike. Eventuell diente der Begriff <i>Lancia spezzata</i> bzw. „gebrochene Lanze“ anfangs auch nur als spöttische Bezeichnung eines verarmten adeligen Fußsoldaten und wandelte sich dann zur positiven Selbstbeschreibung, einem <a href="Geusenwort" title="Geusenwort">Geusenwort</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Wandel_von_der_Leibwache_zum_Unterführer"><span id="Wandel_von_der_Leibwache_zum_Unterf.C3.BChrer"></span>Wandel von der Leibwache zum Unterführer</h2></div>
<p>Aus dem 15. Jahrhundert stammende erste Quellen belegen, dass der <i>Lancia spezzata</i> ursprünglich einer aus Adeligen gebildete Leibwachen eines Fürsten angehörte, so etwa den <a href="Trabant_(Milit%C3%A4r)" title="Trabant (Militär)">Leibtrabanten</a> des Großherzogs von Florenz.<sup id="cite_ref-7" class="reference"><a href="#cite_note-7"><span class="cite-bracket">[</span>7<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> In einer ähnlichen Funktion scheinen adelige <i>Lancia spezzata</i> oder <i>Lancia rotta</i> noch im späten 17. Jahrhundert als Leibwachen des <a href="R%C3%B6misch-deutscher_Kaiser" title="Römisch-deutscher Kaiser">römisch-deutschen Kaisers</a> gedient zu haben.<sup id="cite_ref-8" class="reference"><a href="#cite_note-8"><span class="cite-bracket">[</span>8<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Möglicherweise versahen die <i>Lancia spezzata</i> in den frühneuzeitlichen Heeren Italiens und Frankreichs eine ähnliche Aufgabe, nämlich als Leibwächter der <a href="Hauptleute" title="Hauptleute">Hauptleute</a>. In Deutschland hatten, zur Zeit der <a href="Landsknecht" title="Landsknecht">Landsknechte</a>, die Trabanten diese Funktion inne, zur Zeit des <a href="Drei%C3%9Figj%C3%A4hriger_Krieg" title="Dreißigjähriger Krieg">Dreißigjährigen Krieges</a> daneben aber auch die Leibschützen (urspr. <a href="B%C3%BCchse" title="Büchse">Büchsenspanner</a> eines Herrschers).
</p><p>Spätestens gegen Ende des 17. Jahrhunderts hatte sich das Aufgabenfeld gewandelt. Der Landpassat fungierte nicht mehr (nur) als Leibwache, sondern galt in vielen Heeren als Gehilfe und Stellvertreter des Korporals.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Verwendung_im_französischen_Heer"><span id="Verwendung_im_franz.C3.B6sischen_Heer"></span>Verwendung im französischen Heer</h2></div>
<p>Unter dem <a href="Ancien_R%C3%A9gime" title="Ancien Régime">Ancien Régime</a> kam der Lanspessade bzw. Anspessade im Jahr 1534 als <a href="Dienstgrad" title="Dienstgrad">Mannschaftsdienstgrad</a> der neu gegründeten der <i>Légions nationales</i> (1557/58 umgeformt in <a href="Regiment" title="Regiment">Regimenter</a>); die <a href="Legion" class="mw-disambig" title="Legion">Nationallegionen</a> stellten die erste <a href="Franz%C3%B6sische_Streitkr%C3%A4fte" title="Französische Streitkräfte">stehende französischen Infanterie</a> und ergänzten die 1438 aufgestellten berittenen <a href="Ordonnanzkompanie" title="Ordonnanzkompanie">Ordonnanzkompanien</a> (<i>Compagnies d'ordonnance</i>). Anfangs, unter <a href="Franz_I._(Frankreich)" title="Franz I. (Frankreich)">Franz I.</a> und <a href="Heinrich_II._(Frankreich)" title="Heinrich II. (Frankreich)">Heinrich II.</a>, erfolgte die Einsetzung von Anspessades äußerst sparsam und reglementiert. So oblag ihre Ernennung nicht etwa dem Chef der jeweiligen <a href="Kompanie_(Milit%C3%A4r)" title="Kompanie (Militär)">Kompanie</a> oder des übergeordneten Regiments, sondern dem <a href="Colonel_g%C3%A9n%C3%A9ral" title="Colonel général">Colonel général de l’infanterie</a>. Vorgesehen waren zwölf Anspessades je <a href="Bandes_fran%C3%A7aises" title="Bandes françaises">Bande française</a>, die jeweils etwa 300 Köpfe zählte.<sup id="cite_ref-9" class="reference"><a href="#cite_note-9"><span class="cite-bracket">[</span>9<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Angeblich bezogen sie weiterhin den Sold, den sie als vormalige Angehörige der Adelsreiterei erhalten hatten. Dieser lag für einfache Adelsreiter zwischen monatlich 17 <a href="Livre" title="Livre">Livres</a> (<a href="Chevauleger" title="Chevauleger">Chevauleger</a>) und 30 Livres (<a href="Gendarme" class="mw-redirect mw-disambig" title="Gendarme">Gendarme</a>).<sup id="cite_ref-10" class="reference"><a href="#cite_note-10"><span class="cite-bracket">[</span>10<span class="cite-bracket">]</span></a></sup><sup id="cite_ref-11" class="reference"><a href="#cite_note-11"><span class="cite-bracket">[</span>11<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Ferner wurde bald unterschieden zwischen dem <i>Anspessade Appointé</i>, wohl als wirklichem Stellvertreter des Caporals, und dem <i>Sous-Anspessade</i>, vermutlich ohne diese Funktion.<sup id="cite_ref-12" class="reference"><a href="#cite_note-12"><span class="cite-bracket">[</span>12<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Eine Zeit lang scheint der Anspessade dem Caporal sogar gleichgestellt gewesen zu sein: Demnach fungierte der Anspessade zwischen 1558 und 1685 bei den Pikenieren als <i>Caps d'escadre</i> (vier <i>Escadres</i> bildeten eine etwas 100 bis 200 Mann zählende Kompanie), während der Caporal eine <i>Escadre</i> <a href="Musketiere" title="Musketiere">Musketiere</a> befehligte.<sup id="cite_ref-13" class="reference"><a href="#cite_note-13"><span class="cite-bracket">[</span>13<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Dafür scheint auch zu sprechen, dass ein Quellenvermerk von 1641 besagt, dass in jeder <i>Escadre</i> zwei Anspessades und vier bis fünf <i>Appointés</i> etaisiert sein sollten. Allem Anschein nach stand hier der Anspessade rangmäßig über dem <i>Appointé</i> (Gefreiter oder <a href="Obersoldat" class="mw-redirect" title="Obersoldat">Obersoldaten</a>, wörtlich „Ernannter“).<sup id="cite_ref-14" class="reference"><a href="#cite_note-14"><span class="cite-bracket">[</span>14<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>1686/87 verlor der Anspessade die Funktion als <i>Caps d'escadre</i> und sank zum Stellvertreter des Caporals herab.<sup id="cite_ref-15" class="reference"><a href="#cite_note-15"><span class="cite-bracket">[</span>15<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Schon vorher war der Sold auf das zwischen jenem des Caporals und das des einfachen Infanteristen gesunken.<sup id="cite_ref-16" class="reference"><a href="#cite_note-16"><span class="cite-bracket">[</span>16<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Zu Anspessades wurden nunmehr ältere <a href="F%C3%BCsilier" title="Füsilier">Füsiliere</a> befördert, die dem Caporal assistierten und nicht mehr vom <i><a href="Sergeant" title="Sergeant">Sergent</a></i> mit dem Stock geprügelt werden durften.
</p><p>1762 trat an die Stelle des Anspessades der <i>Appointé</i>.<sup id="cite_ref-17" class="reference"><a href="#cite_note-17"><span class="cite-bracket">[</span>17<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Nach dem Untergang des <a href="Ancien_R%C3%A9gime" title="Ancien Régime">Ancien Régime</a> kam stattdessen die Bezeichnung <i>Soldat de première classe</i> (Soldat erster Klasse) auf.
</p><p>Das Äquivalent des Anspessaden in der <a href="Kavallerie" title="Kavallerie">Kavallerie</a> war, bis zur <a href="Franz%C3%B6sische_Revolution" title="Französische Revolution">Französischen Revolution</a>, der <a href="Brigadier" title="Brigadier">Sous-Brigadier</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading3"><h3 id="Dienstgradabzeichen_in_der_französischen_Armee"><span id="Dienstgradabzeichen_in_der_franz.C3.B6sischen_Armee"></span>Dienstgradabzeichen in der französischen Armee</h3></div>
<p>In der französischen Armee des 18. Jahrhunderts kennzeichneten den Anspessade unterschiedliche Abzeichen. Anfangs waren die Knopflöcher der Ärmelaufschläge mit Metalltresse in der Farbe der Knöpfe eingefasst (sog. <i>Brandenbourgs</i>). 1747 wurden stattdessen Wollborten als Einfassung der Ärmelaufschläge vorgeschrieben, alternativ in den Farben Weiß, Rot, Blau oder Orangerot (<i>aurore</i>). Vermutlich seit 1767 wurden die Anspessade-Borten, analog jenen des Caporals, auf den Unterärmeln getragen: Auf dem allgemein üblichen weißen Uniformrock waren die Rangborten blau, auf allen andersfarbigen Röcken weiß.<sup id="cite_ref-18" class="reference"><a href="#cite_note-18"><span class="cite-bracket">[</span>18<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Verwendung_in_den_deutschen_Heeren_der_Frühen_Neuzeit"><span id="Verwendung_in_den_deutschen_Heeren_der_Fr.C3.BChen_Neuzeit"></span>Verwendung in den deutschen Heeren der Frühen Neuzeit</h2></div>
<p>Ins <a href="Deutsche_Sprache" title="Deutsche Sprache">Deutsche</a> gelangte die Bezeichnung Landspassat bzw. Landpassat über die französische Militärsprache, die wiederum den italienischen Ursprungsbegriff <i>Lancia spezzata</i> (wörtlich „gebrochener Speer“ bzw. „gebrochene Lanze“) aufgenommen hatte, der wohl im <a href="15._Jahrhundert" title="15. Jahrhundert">15. Jahrhundert</a> aufgekommen war.
In den deutschen Armeen des <a href="16._Jahrhundert" title="16. Jahrhundert">16.</a> und <a href="17._Jahrhundert" title="17. Jahrhundert">17. Jahrhunderts</a> hielt der Rang unter verschiedenen <a href="Verballhornung" title="Verballhornung">Verballhornungen</a> Einzug. Verbreitet waren Varianten wie <i>Lancepasade</i>, <i>Lanspasade</i> und <i>Lanspassat</i>, aber auch <i>Landspassat</i> und <i>Landpassat</i> oder, seltener, <i>Kommendor</i>. In den <a href="S%C3%B6ldner" title="Söldner">Soldtruppen</a> des <a href="Drei%C3%9Figj%C3%A4hriger_Krieg" title="Dreißigjähriger Krieg">Dreißigjährigen Krieges</a> und in den <a href="Stehendes_Heer" title="Stehendes Heer">Stehenden Heeren</a> der deutschen <a href="Territorialstaat" title="Territorialstaat">Territorialstaaten</a> war er Vertreter des <a href="Korporal" title="Korporal">Korporals</a>, unter ihm rangierten der <a href="Rottmeister" title="Rottmeister">Rottmeister</a> und der <a href="Gefreiter" title="Gefreiter">Gefreite</a>.<sup id="cite_ref-19" class="reference"><a href="#cite_note-19"><span class="cite-bracket">[</span>19<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p><p>Bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts verschwand der Rang weitgehend aus dem deutschen Militärwesen, ebenso wie der kaum noch verwendete Rottmeister. Beider Funktionen, als Korporalsvertreter und Rottenführer, wurden in den meisten deutschen <a href="Territorialheer" title="Territorialheer">Territorialheeren</a> zusammengeführt und von dem Gefreiten übernommen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li><a href="Liliane_und_Fred_Funcken" title="Liliane und Fred Funcken">Liliane und Fred Funcken</a>: <i>Historische Uniformen (1). 18. Jahrhundert. Französische Garde und Infanterie. Britische und preussische Infanterie.</i> Mosaik Verlag, München 1977, ISBN 3-570-04361-4.</li>
<li><a href="Bernhard_von_Poten" title="Bernhard von Poten">Bernhard von Poten</a>: <i>Handwörterbuch der Gesamten Militärwissenschaften</i>. (9 Bände) Velhagen &amp; Klasing, Bielefeld und Leipzig 1877–1880, Sechster Band: Krieg von 1866 in Deutschland bis Militär-Konvention (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://archive.org/search.php?query=creator%3A%22Bernhard+von+Poten%22">Digitalisat</a>).</li>
<li>Friedrich Freiherr von Schroetter: <i>Beiträge zur brandenburgisch-preußischen Heeresverfassung unter dem Großen Kurfürsten</i>, Inaugural-Dissertation zur Erlangung der Doctorwürde von der philosophischen Fakultät der Friedrich-Wilhelm-Universität zu Berlin (…), Leipzig 1892</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Siehe_auch">Siehe auch</h2></div>
<ul><li><a href="Vizekorporal" title="Vizekorporal">Vizekorporal</a></li>
<li><a href="Lance_Corporal" title="Lance Corporal">Lance Corporal</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.figuren.miniatures.de/anspessade.html">Figuren.miniatures.de – Anspessade</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.google.de/books/edition/Krieges_Schule_etc_mit_Kupfern/id1OAAAAcAAJ?hl=de&amp;gbpv=1&amp;dq=&amp;pg=PA49&amp;printsec=frontcover">Wilhelmi Dilichii: <i>Hochvernünfftig gegründet- und aufgerichtete, in gewisse Classen eingetheilte, bisher verschlossen gelegen, nunmehr aber eröffnete KRIEGES=SCHULE</i> (1647), Frankfurt am Mayn, 1689, S. 49</a></span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl.: Friedrich Freiherr von Schroetter: <i>Beiträge zur brandenburgisch-preußischen Heeresverfassung unter dem Großen Kurfürsten</i>, S. 21 (Fußnote 3)</span>
</li>
<li id="cite_note-3"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-3">↑</a></span> <span class="reference-text">Liliane und Fred Funcken: <i>Historische Uniformen im 18. Jahrhundert</i>, Band 1, S. 38 (Fußnote 1)</span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl.: Friedrich Freiherr von Schroetter: <i>Beiträge zur brandenburgisch-preußischen Heeresverfassung unter dem Großen Kurfürsten</i>, S. 21 (Fußnote 3)</span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text">Sébastien Le Prestre de Vauban: <i>Les oisivetés de monsieur de Vauban, ou ramas de plusieurs mémoires de sa façon sur différents sujets</i>, Édition intégrale établie sous la direction de Michèle Virol, Éditions Champ Vallon, Seyssel 2007, ISBN 978-2-87673-471-5, S. 997</span>
</li>
<li id="cite_note-6"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-6">↑</a></span> <span class="reference-text"><a class="external free" href="https://en.wiktionary.org/wiki/lancepesade">http://en.wiktionary.org/wiki/lancepesade</a></span>
</li>
<li id="cite_note-7"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-7">↑</a></span> <span class="reference-text">Mattia(s) Kraemer: <i>Del DIZZIONARIO ITALIANO TEDESCO, PARTE SECONDA, Deß Italiänisch-Teutschen Wort-Buchs Zweyter Theil</i>, I.L.M.N. &amp;c., Nürnberg 1676, S. 991</span>
</li>
<li id="cite_note-8"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-8">↑</a></span> <span class="reference-text">Alessandro Tassoni&nbsp;: La secchia rapita. Le seau enlevé, poème héroicomique du Tassoni. Nouvellement traduit d'Italien en François. Tome I, Paris 1678, S. 97</span>
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<li id="cite_note-9"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-9">↑</a></span> <span class="reference-text">J. Corréard: <i>Dictionnaire de l'armée de terre</i>, 1re partie, Paris 1849, S. 193–194</span>
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<li id="cite_note-10"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-10">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl.: J. Corréard: <i>Dictionnaire de l'armée de terre</i>, 1re partie, Paris 1849, S. 193–194</span>
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<li id="cite_note-11"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-11">↑</a></span> <span class="reference-text">M. l'Abbé Fleury: <i>Droit public de France</i>, Tome second, I. partie, Paris 1769, S. 459–460</span>
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<li id="cite_note-12"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-12">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl.: J. Corréard: <i>Dictionnaire de l'armée de terre</i>, 1re partie, Paris 1849, S. 193–194</span>
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<li id="cite_note-13"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-13">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl.: <i>L'Intermédiaire des chercheurs et curieux</i>, Juni 1978, S. 561</span>
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<li id="cite_note-14"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-14">↑</a></span> <span class="reference-text">J. Corréard: <i>Dictionnaire de l'armée de terre</i>, 1re partie, Paris 1849, S. 193–194</span>
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<li id="cite_note-15"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-15">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl.: <i>L'Intermédiaire des chercheurs et curieux</i>, Juni 1978, S. 561</span>
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<li id="cite_note-16"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-16">↑</a></span> <span class="reference-text">M. l'Abbé Fleury: <i>Droit public de France</i>, Tome second, I. partie, Paris 1769, S. 459–460</span>
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<li id="cite_note-17"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-17">↑</a></span> <span class="reference-text">Vgl.: J. Corréard: <i>Dictionnaire de l'armée de terre</i>, 1re partie, Paris 1849, S. 205–206</span>
</li>
<li id="cite_note-18"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-18">↑</a></span> <span class="reference-text"> Liliane und Fred Funcken: <i>Historische Uniformen im 18. Jahrhundert</i>, Band 1, S. 58 (Bild-Anmerkung A), S. 78, S. 80, S. 84</span>
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<li id="cite_note-19"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-19">↑</a></span> <span class="reference-text">Johann Gustav Droysen: <i>Beiträge zur Geschichte des Militärwesens in Deutschland während des dreißigjährigen Krieges</i>, Hannover 1875, S. 55–56</span>
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